Klima im Wandel

Was ist der Klimawandel?
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die globale Temperatur um fast ein Grad erhöht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die anhaltende Tempera-turerhöhung vorwiegend Folge menschlicher Aktivitäten ist. Vor allem der Aus-stoß von sogenannten Treibhausgasen ist problematisch. Den Hauptanteil des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes hat mit 60 Prozent das Kohlen-dioxid (CO2). Es wird durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie z.B. Kohle oder Öl, Waldrodungen, Bodenerosion sowie Holzverbrennung freigesetzt.

Die Erderwärmung bringt mehrere Probleme mit sich. Infolge der thermischen Ausdehnung der Ozeane und der Schmelze des Eises auf Grönland wird der Meeresspiegel steigen. Die Meere leiden auch durch die Aufnahme des erhöhten CO2 als Kohlensäure. Dadurch kommt es zu einer Versauerung, die Fische, Muscheln und Korallen gefährdet.

Die Erderwärmung bzw. der Klimawandel hat weitere Folgen für den Menschen. Während in einigen Gebieten Überschwemmungen und intensive Regenfälle zunehmen, werden andere Regionen mit geringen Niederschlagsmengen bzw. lang anhaltenden Dürreperioden und Hitzewellen zu kämpfen haben. Hieraus resultieren wiederum Ernteausfälle und Probleme bei der Wasserversorgung bzw. Veränderungen ganzer Lebensräume.

Durch die weltweite Vernichtung von Waldflächen insbesondere durch Brand-rodung entstehen 20 % des Ausstoßes von klimaschädlichem CO2. Da Bäume für ihr Wachstum der Atmosphäre CO2 entziehen, ist dieser Verlust an Waldflächen besonders tragisch.

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel für den Wald?
Bäume sind Lebewesen, die nur langsam wachsen und sich langsam entwickeln. Daher können sie nicht kurzfristig auf veränderte Lebensbedingungen reagieren.
Die Klimaänderungen werden sich auch bei den Bäumen bemerkbar machen. Es werden vor allem solche Bäume auch in Zukunft in unseren Wäldern gute Voraussetzungen vorfinden, die wärmeliebend sind und mit weniger Nieder-schlägen auskommen. Hierzu gehören z.B. die Kiefer und die Eiche.
Die Fichte wird unter dem Klimawandel wohl am meisten leiden, da sie mit der Erwärmung und zugleich abnehmender Feuchte keine guten Wuchsbedingungen mehr vorfinden wird.
Die durch den Klimawandel häufiger vorkommende Starkniederschläge und Sturmereignisse werden sich auch auf die Wälder und die Baumartenzusam-mensetzung auswirken. Auch hierunter wird vor allem die Fichte leiden, da sie durch ihr flaches Wurzelwerk gegenüber Sturmwurf sehr anfällig ist.

Die Stressfaktoren für die Baumarten werden zunehmen. So ist zu erwarten, dass Schadinsekten gut mit den wärmeren Lebensbedingungen klarkommen. Schadinsekten, die bisher keine geeigneten Lebensbedingungen vorgefunden haben, könnten sich nun auch in Mitteleuropa wohlfühlen und so eine neue Gefahr für unsere Wälder darstellen.

Der Wald ist also ein Leidtragender des Klimawandels. Gleichzeitig ist er aber auch Hoffnungsträger im Kampf gegen die CO2-Emissionen. Schließlich nimmt jeder Baum bei seinem Wachstum CO2 auf und „lagert“ es in Form von Kohlen-stoff im Holz. Eine 100 Jahre alte Eiche bindet jedes Jahr etwa 5.000 Kilogramm CO2. Erst wenn das Holz aus Altersgründen vermodert oder verbrannt wird, wird dieses CO2 wieder in die Atmosphäre abgegeben.
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